Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder – Was schenken wir dem AuPair?
Als erstes möchten wir Sie daran erinnern, dass Ihr AuPair für Sie (Gastmutter und Gastvater) kein Familienmitglied ist. Auch wenn es immer wieder so in den Medien, oder von anderen Agenturen gesagt wird. Wir sehen das nicht so – denn diese Einstellung führt häufig zu Problemen.
Ihr AuPair ist eine besondere Art von Personal mit emotionaler Bindung an Ihre Familie. Es bekommt ein Taschengeld, was mit den Versicherungen, der Sprachkursunterstützung und all den anderen Kosten zusammengerechnet wie eine Art Azubi-Gehalt anzusehen ist. Und jetzt überlegen Sie, was ein Chef seinem Azubi zu Weihnachten schenken würde. Sicher etwas, was preislich dem Azubi-Gehalt angemessen ist.

Kurz gesagt, wir empfehlen ein Geschenk von 30 bis 50 Euro. Es soll ein Geschenk, eine Aufmerksamkeit sein und keine Taschengelderhöhung. Bedenken Sie, dass das AuPair niemals erwartet, dass Sie es beschenken wie eine eigene Tochter oder einen eigenen Sohn. Das erwarten die AuPairs nicht, sie kennen durchaus ihre Stellung in der Gastfamilie - oft besser als die Gastmütter selbst ;-).

Welches Geschenk empfehlen wir? Wir würden raten keinen Gutschein zu verschenken. Das liegt sicher daran, dass wir persönlich mit unseren AuPairs immer gut damit gefahren sind, wenn die AuPairs tatsächliche, anfassbare Dinge von uns geschenkt bekommen haben. So kann das AuPair stolz mit einem Pullover oder einem Top (für Silvester) von der Gastfamilie rumlaufen, und Fotos davon in die Facebookwelt schicken. Es ist viel schwerer einen Pullover geistig mit der Gastfamilie zu verbinden, welchen sich das AuPair selbst bei H&M gekauft hat - vom Gutschein der Gastfamilie.
Aber das ist unsere ganz persönliche Meinung. Es liegt ganz bei Ihnen, wie Sie es handhaben wollen.

Dinge die gegessen werden können, finanzielle Unterstützung einer Wochenendreise, ein deutscher Roman (bitte keinen Goethe!), ein schickes Duschgel oder Nagellack, all das sind Geschenke, die immer gut ankommen. Wenig empfehlenswert sind Deko-Artikel, oder sperrige Sachen, denn Sie müssen immer daran denken, dass das AuPair dies alles nach dem AuPair-Jahr mitnehmen möchte. Sie sollten das AuPair also mit keinem zusätzlichen Gewicht belasten.



Alle Jahre wieder – hat das AuPair an Weihnachten automatisch frei?
Deutsche Feiertage = freie Tage. Stimmt das? Generell ja. Aber…

Es ist nicht zu empfehlen, dass Sie von vornherein dem AuPair schon im Oktober sagen, dass es natürlich an den Weihnachtstagen frei hat. Denn: Was hört das AuPair? Hört es, dass Sie es dem AuPair frei stellen entweder bei Ihnen zu bleiben, oder zu einer Freundin oder der Tante zu fahren? Nein, die meisten AuPairs hören: Du hast frei, wir möchten, dass du dann nicht da bist.
Bitte denken Sie immer daran, dass Ihr AuPair sehr unsicher ist was deutsche Bräuche angeht. Viele AuPairs sind der Meinung, dass die deutsche Gastfamilie in den Weihnachtstagen unter sich sein will, und dass es nicht erwünscht ist, dass das AuPair (also jemand, der nicht zur Kernfamilie gehört) mit dabei ist.

Sie meinen es nett und geben dem AuPair freie Auswahl und das AuPair hört: Ich soll nicht da sein.
Stellen Sie lieber Fragen: Hat das AuPair für den 24. oder den 25. eine Verabredung (zum Beispiel mit Freunden oder Tante und Onkel). Will das AuPair womöglich nach Hause über Weihnachten? Falls ja, dann geben Sie für die Zeit der Weihnachtsfeiertage frei. Falls nein, dann sagen Sie ausdrücklich, dass Sie sich freuen, dass es beim Weihnachtsfest dabei ist.

Klare Ansage ersparen viele Missverständnisse.

Ist das AuPair also am 24., 25. und 26. da, dann können sie etwas Hilfe erwarten. In etwa so viel Hilfe, wie Sie von einer erwachsenen Tochter erwarten würde, die über die Weihnachtstage nach Hause gekommen ist.

Warum so eine verwaschene Masche mit den Weihnachtstagen, werden Sie sich fragen? Weil die AuPairs nur selten von sich aus bei traditionellen Festen dabei sind. Oft verkrümeln sie sich, wenn zu viele Besucher im Haus sind, wollen nicht stören, wollen nicht auffallen, wollen nichts falsch machen, wollen nicht angesprochen werden und dann womöglich nichts verstehen - also schnell weg. Und damit das nicht passiert und das AuPair (zum Zwecke des Kulturaustausches) durch das Tal der Konfrontation gehen muss, halten Sie es schön bei Fuß ;-)


Alle Jahre wieder – sollen wir unser AuPair an Weihnachten mit zu Oma und Opa nehmen?
Ist der Besuch bei Oma und Opa für den 1. Weihnachtstag geplant, oder schon an Heiligabend? Falls ja, dann würden wir empfehlen das AuPair mitzunehmen – zwecks kultureller „zur Kenntnisnahme“. Machen Sie keine große Diskussion daraus nach dem Motto „möchtest Du oder möchtest Du nicht?“, sondern  formulieren Sie eine klare Ansage: „Wir fahren alle, bitte sei dann und dann abfahrbereit“.


Ist ein Familienbesuch am 2. Weihnachtstag geplant und es sieht aus, als würde es eine länger andauernde „Sitz-und-Iss-Veranstaltung“ werden, dann würden wir empfehlen, das AuPair davon zu befreien. Das ist zu langweilig für die jungen Leute und nur vereinzelte, pflichtgetreue Erwachsene werden dies als begehrenswerten Zeitvertreib betrachten. Da stimmen Sie uns doch zu, oder? ;-)



By Lene Borgers
Kulturübersetzer, AuPair-Agent, Vermittler
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